Gartentipps

Im Garten mag man mit den empfohlenen Aussat- und Auspflanzzeiten nicht hinterherkommen, aber die alte Gärtnerweisheit warnt immer vor den Eisheiligen Mitte Mai. Auch wenn Stauden und Gehölze im Austrieb vorausgeeilt sind, so lohnt sich das Abwarten besonders bei kälteempfindlichen Pflanzen auf die traditionellen, kalendarisch ausgerichteten Pflanzzeiten. Eine klare Nacht kann besonders in den frühen Morgenstunden mit frostigen Temperaturen enden. Das wäre auch das Ende für bereits herausgestellte Kübelpflanzen, Balkonkastenbepflanzungen oder gar ausgepflanzte Tomaten. Also, Geduld bewahren!


Gemüsebeet

Im Gemüseanbau sollte man einige Regeln befolgen, die ein gesundes Pflanzenwachstum fördern:

Geplante Fruchtfolge bedeutet, daß Gemüsearten entsprechend ihres Nährstoffverbrauchs in zeitlicher Abfolge auf dem selben Beet angepflanzt werden, wodurch das Angebot an Pflanzennährstoffe im Boden ohne zwischenzeitliche Düngung ausgenutzt werden kann.
Praktische Vorschläge hierzu unter: http://www.oscorna.de/fruchtfolge.html

Im Gemüsebeet kann man durch Mischkultur erreichen, daß Pflanzenpartnerschaften, die sich gegenseitig schützen und unterstützen, optimale Bedingungen für die Pflanzen schaffen.
Welch umfangreiche Beziehungen zwischen Gemüsearten bestehen, sind z. B. auf folgenden Seiten ausführlich beschrieben:

http://www.oscorna.de/mischkultur.html

noch ausführlicher wird es unter:    http://www.freeware-kiel.de/Mischkultur.htm


Hinweise für Gartler aus der Gemeindeverwaltung Sinzing:
(nähere Auskünfte Herr Bichlmaier 0941/39602-21)
Grundregeln für den Grenzabstand zum Nachbargrundstück für Bäume, Sträucher und Hecken:
Gewächshöhe bis 2 m: Abstand mindestens 50 cm zur Grundstücksgrenze
Gewächshöhe über 2 m: Abstand mindestens 2m zur Grenze
Als Abstand ist definiert die kürzeste Verbindung zur Grundstücksgrenze. Bei Bäumen wird dies von der
Mitte des Stamms und bei Sträuchern sowie Hecken von der Mitte des am nächsten an der Grenze stehenden
Triebs gemessen.
Lärmintensive Gartenarbeiten wie Rasenmähen und Häckseln sind erlaubt in der Zeit von
Montag bis Samstag von 7:00 Uhr bis 20:00 Uhr

Was ist zu tun?

Mai: Beim Kauf von Samen und Pflanzen ist prinzipiell sehr darauf zu achten, resistente Sorten auszuwählen. Für Gemüse (insb. Tomaten), Blumen oder auch Rosen sind zahlreiche Züchtungen im Fachhandel erhältlich, die u. U. auch den höheren Preis gerechtfertigen. Angebote im Supermarkt sind oft minderwertige Züchtungen und können große Enttäuschung bringen.

Aussaat:
Mangold (z.B. Roter Mangold bereichert durch seine roten Stängel das Gemüsebeet)
Petersilie, und - ist immer noch Zeit für viele Sommerblumen, besonders für frostempfindliche wie z.B. Zinnien, Kapuzinerkresse und Sonnenblumen (es gibt im Fachhandel tolle Vielfalten) sowie Sommer- und Herbstastern.
Wer schlechte Böden im Garten hat, kann es mal mit einem Hochbeet von nur ca. 20 cm Höhe probieren. Eine Bretterumrandung und eine Mischung aus Erde mit Kompost bereiten ein fruchtbares Beet für Salat und andere Gemüse.
Im Fachhandel gibt es Samenmischungen von unterschiedlichsten Salatsorten nach italienischem Vorbild. Vielleicht eine Anregung zum abwechslungsreichen Salatteller?
Die im Mai auflaufende Aussaat von Gemüse kann effizient mit geeigneten Netzen und Vlies vor Rettich- bzw. Radisfliege, vor Möhren-, Bohnen- und Kohlfliege geschützt werden.
Das Auslegen von Bohnen- und Gurkensaat ist erst Mitte Mai bis Mitte Juni anzuraten, da die Keimlingen sehr temperaturempfindlich sind.
Stangenbohnen, die neben dem optischen Anreiz auch einen etwa doppelten Ertrag gegenüber Buschbohnen bringen, werden um die gesetzte Stange in einem Horst von 8 Saatkörnern 3-5 cm tief gelegt und angehäufelt.
Gurken sind sehr wärmeliebend und können mit der Aussaat im Freifeld bis Anfang Juni warten. In der Reihe genügen alle 25 cm 3 Korn, der Reihenabstand sollte nicht weniger als 1,5 m sein. Ein flaches Stützgerüst, auf dem die langen Triebe aufliegen, schützt die Gurken vor Erdkontakt und Nässe.
Auch für Kürbisse und Melonen reicht Anfang Juni als Aussetztermin wegen ihres hohen Wärmebedürfnisses.

Ein Drahtzaun kann optisch bereichert werden mit rankenden Gewächsen wie Kapuzinerkresse, Wicken (auch mehrjährige), Glockenrebe, Feuerbohne oder mit der stark wuchernden Prunkwinde. Bei allen Arten ist ein Vorziehen im Topf anzuraten, damit die Keimlinge nicht den Schnecken anheim fallen.

Auspflanzen:
Getopfte Pflanzen, wie Sommerblumen oder auch Tomaten und Paprika, die ins Freibeet gepflanzt werden, benötigen einen flüssigen Startdünger, da die Nährstoffe in den Ballen aufgezehrt sind. Für nichtblühende Pflanzen sollte es phosphorarmer Dünger sein.
Besorgen Sie sich im Fachhandel "professionellen" Dünger, der in hochkonzentrierter Form zwar einige Euro kostet, dann aber für mehr als 1000 Liter Gießwasser hinreicht. Unterscheiden Sie bei der Komposition der Dünger, ob für Blühpflanzen (höherer Phosphoranteil (P)) oder Grünpflanzen (höherer Stickstoffanteil (N2)).
Der Wurzelballen sollte immer vorsichtig etwas aufgerissen werden, damit die Einwurzelung begünstigt wird.

Tomaten: Es gibt mehrere hundert verschiedene Tomatensorten mit unterschiedlichsten Geschmacksvariationen. Leider werden überwiegend nur 0815-Tomaten angeboten, die nicht mit dem intensiven Geschmack vergleichbar sind, den man von früher in Erinnerung hat. Es loht sich, in Gärtnereien gezielt nach "guten" Sorten zu fragen. Zum Experimentieren kann man sich auch mal eine gepfropfe Pflanzen hinzunehmen, ob der viel höhere Preis sich bzgl. Pilzresistenz, Wuchsfreudigkeit, Ertrag und auch Geschmack auszahlt.
Selbstgezogene und gekaufte Pflanzen müssen vor dem Aussetzen an halbschattigen Platz erst an die Sonne gewöhnt werden. Der Pflanzstandort muß sehr sonnig sein und muß zum Vorjahr gewechselt werden, da sonst die Infektion mit Braunfäule begünstigt wird (deshalb auch Metallstäbe als Stütze verwenden). Es sollten keine Kartoffeln in der näheren Umgebung und keine Erbsen unmittelbar gepflanzt sein. Das Pflanzloch tief genug ausheben und Kompost und event. Mist einmischen. Die Pflanzen werden - tiefer als im Topf - schräg bis zu den ersten Blattansätzen gesetzt, da sich am Trieb weitere Wurzeln bilden werden. Das Einschlämmen nicht vergessen! Ein Erdwall um das Pflanzloch verhindert, dass die nötigen großen Gießmengen im Sommer nicht davonrinnen. Als Gießhilfe ist auch ein seitlich in die Erde eingelassener Blumentopf dienlich. Abstand der Pflanzen ca. 60 cm. Bewährt hat sich auch die Kultur in großen Eimern auf der Terrasse oder dem sonnigen Balkon.

Nun ist es Zeit für die Knollengewächse, die den Sommergarten bereichern:
Dahlien: wenn die Knollen überwintert wurden, so sind große Knollenballen zu teilen, faule Teile zu entfernen. Standort sonnig. Das Pflanzloch genügend tief ausheben, so dass sich die Augen ca. 7-10 cm unter der Erde befinden . Mit Kompost und Dünger vermischte Erde auffüllen. Zwischendurch mit kräftiger Wassergabe gut einschlämmen. Wie bei fast allen Pflanzenarten sollte von Jahr zu Jahr der Standort gewechselt werden. Großblühende, hohe Sorten benötigen einen Abstand von ca. 1,20 m, die mittelhohen einen von ca. 80 cm. Bei hohen Sorten sollte man bereits vor dem Knollenlegen einen Stützpfahl einschlagen. Falls bei drohendem Frost bereits Triebe oberirdisch sichbar sind, schützt ein umgestülpter Eimer.

Gladiolen: das Irisgewächs liebt einen sonnigen Standort, der von Jahr zu Jahr gewechselt werden sollte. Im Abstand von ca. 15 cm in eine Tiefe von 10 cm mit der flachen Seite nach unten legen. Schimmelbefallene Knollen entsorgen.

Weitere Maßnahmen:
Himbeeren: Mit Kompost versorgen und mulchen, vorjährige Ruten anbinden und im Rutenbogen einkürzen. Alle schwachen Jungruten bodennah entfernen.

Brombeeren: mit Kompost versorgen und mulchen, Altruten entfernen und vorjährige Ruten auf 3 Augen einkürzen
Stachellose Sorten zur Unkrautunterdrückung hoch mulchen. Werden bei Unkrautbeseitigung durch tiefere Bodenbearbeitung Wurzeln verletzt, so kann das zum Austrieb sehr stacheliger Ruten führen.

Jostabeeren können als ebenso wohlschmeckende Ersatzpflanzung dienen, wenn Johannisbeeren von Säulenrost oder Stachelbeeren von Mehltau permanent befallen sind.

An Tulpen die Samenkapsel abbrechen. Nach dem Einwelken der Blätter kann man die Zwiebeln ausgraben und sortengetrennt in einem Sand-/Erdegemisch in einem Eimer bis zum Herbst einkellern.

Forsythien nach der Blüte die Trieb bis zu einem kräftigen Jungausschlag zurückschneiden. Alte Triebe, oft am Flechtenbewuchs erkennbar, möglichst weit unten bis zu einem starken Neuaustrieb schneiden.

Besonders jüngere Obstbaumpflanzungen gut wässern.

Kübelpflanzen:
Die warmen Tage verleiten, die im Haus oder Keller überwinterten Pflanzen möglichst schnell ins Freie zu bringen. Bei wolkenlosem Himmel wird die Sonne die ersten Austriebe in wenigen Stunden verbrennen. Sie müssen im Vollschatten erst langsam an die Sonne und an die warmen Temperaturen gewöhnt werden. Mit dem Herausstellen auf den gewohnten Terrassenplatz sollte man noch die nächste (frostfreie) Schlechtwetterperiode abwarten.
Die meisten Pflanzen werden dringend neue nährstoffreiche Erde benötigen. Auch hier sollte auf gute Qualität der Erde geachtet werden. Stark durchwurzelte Ballen brauchen einen entsprechend größeren Kübel. Ansonsten reicht es, den Wurzelballen auszuklopfen, längere Wurzelstränge abzuschneiden und wieder in den gleichen Topf zu pflanzen. Ältere Pflanzen, die eh schon in großen Gefäßen (ab ca. 50 cm Durchmesser) stehen, reicht u. U. ein 2-jähriger Umtopfturnus. Wenn der Wurzelballen aber schon zu dicht ist, greifen Sie zur Grabgabel (spatenähnlich mit Zinken) und reissen die äußeren Schichten damit rundum 5- 7 cm auf. Dann ist im gleichen Gefäß Platz für neue Erde. Beim Austopfen überprüfen Sie die Innenseite des Topfs auf weisse Stellen. Dann wäre der Ballen von Wurzelläusen befallen. Lassen Sie sich im Fachhandel wegen eines Insektizids beraten, bereiten genug Lösung in einem Eimer an und stellen den Wurzelballen 24 Stunden hinein.

Oleander:
Vorsicht ist geboten, da alle Teile dieser Pflanze giftig sind! Nach der Überwinterung beseitigt man nur die vertrockneten Triebe und Blätter und alte Triebe, die keine nennenswerte Neutriebe zeigen. Auf keinen Fall die Pflanze stutzen, da sonst keine Blüten zu erwarten sind. Umtopfen ist nötig, wenn der Ballen stark durchwurzelt ist (siehe oben). Düngen Sie mit Volldünger nur halb so viel wie andere Kübelpflanzen, da sonst die Triebe "weich" werden und die Pflanze in die Breite fällt. Gießen Sie bevorzugt mit Leitungwasser, da Oleander kalkliebend ist und ein Untersetzer hält an heißen Tagen die nötige Wassermenge auf.

Engelstrompeten:
Die Pflanze ist an allen Teilen giftig! Nach der Überwinterung werden nur eingetrockneten Triebe zurückgeschnitten und dünne Geiltriebe entfernt. Die Pflanze blüht, je nach Sorte, erst ab einer bestimmten Triebhöhe. Deshalb verzögert ein Zurückstutzen den Blühbeginn um viele Wochen. Die Pflanze muß nach dem Ausbringen aus dem Winterquartier langsam an die Sonne gewöhnt werden. Ein Umtopfen ist fast immer anzuraten. Der Wurzelballen kann ohne weiteres etwas verkleinert werden. Kaum eine andere Kübelpflanze benötigt so viele Nährstoffe wie die Engelstrompeten. Das neue Substrat sollte deshalb gleich mit einer Handvoll mehr Volldünger (z.B. Blaukorn) angereichert werden. Ein hochrandiger Untersetzer ist nötig wegen des hohen Wasserbedarfs. Wöchentliche Flüssigdüngergaben sind unerläßlich.